Der bayerische Dichter und Schriftsteller Ludwig Thoma (*Oberammergau 21.1.1867, +Rottach am Tegernsee 26.8.1921), 1899 Redakteur des Simplicissimus, Verfasser bissig-satirischer Polemik gegen wilhelminisches Spießertum (Moral, 1909) und Klerikalismus (Briefwechsel eines bayrischen Landtagsabgeordneten, 1909), der für seine treffsichere Darstellung der Altbayern in humoristischen Erzählungen bekannt ist, lebte ab 1894 im Hause des Schneidermeisters Rauffer (Foto) am Schloßberg in der Dachauer Altstadt. Wie auch andere Künstler verliebte sich Thoma, der wie kein anderer die Dachauer kannte, in diesen alten Markt Dachau. Über seinen ersten Dachau-Besuch ist folgender Text überliefert:
Ich besann mich nicht lange und kam um die Zulassung in Dachau ein. Alte Herren und besorgte Freunde rieten mir ab, allein ich folgte dem plötzlichen Einfalle - und ich hatte es nicht zu bereuen." Wie eng der Dichter mit seiner Wahlheimat verbunden war, spiegelt sich in seinen Werken wider. Dachau und sein unvergleichliches Hinterland bilden oft den Schauplatz seiner Schilderungen von Land und Leuten, ob nun in "Erster Klasse","Der Ruepp", "Der Wittiber" oder "Maria Magdalena". In Dachau werden heute von der "Thoma-Gemeinde" noch immer seine Stücke gespielt. |